Was ist Metta?

Metta (pali mettā; sanskrit maitrī ‚Freundschaft‘; engl. loving kindness) ist eines der 40 vom historischen Buddha Siddharta Gautama gelehrten Meditationsobjekte. Übersetzungen für Metta sind: Liebevolle Güte, Freundlichkeit, aktives Interesse an Anderen, Liebe, Freundschaft, Sympathie. Metta wird häufig noch mit dem Terminus „Allgüte“ übersetzt, da in den Augen mancher buddhistischer Autoren das Wort „Liebe“ zu stark mit Tendenzen des Habenwollens, also mit egoistischen Tendenzen behaftet ist. In Zusammenhang mit Metta sprechen wir auch oft von einer grenzenlosen oder universellen Liebe, die alle Schranken wie Kasten, Rassen, Farben und Abstammung transzendiert.

Im ▷Metta-Sutta, einer Lehrrede des Buddha, beschreibt dieser Metta als vergleichbar mit der Liebe einer Mutter zu ihrem Kind. Das Ziel ist hierbei, diese Haltung der liebenden Güte auf alle fühlenden Wesen auszuweiten.

Im Theravada-Buddhismus zählt Metta zu den „Zehn Transzendenten Tugenden“ (pāramī) und den „Vier Unermesslichen“ (brahmavihāra). Diese sind Liebevolle Güte (pali metta), Mitgefühl (pali karuna), Mitfreude (pali mudita) und Gelassenheit (pali upekha).

Stille, Ruhe und heitere Gelassenheit sind das Zentrum des Teewegs; jede Teezusammenkunft wird durch Mitfreude und Mitgefühl getragen, die ohne Metta nicht wirksam werden können.

Metta ist deshalb die Grundlage für die Entwicklung unserer geistigen Werte wie Mitgefühl, Mitfreude und Gelassenheit, die besonders in der heutigen Zeit des schnellen Wandels und all den damit verbundenen Unsicherheiten wichtig sind.

Die Metta-Meditation hilft uns unsere Tendenz zu Ärger, Wut, Hass und Neid zu überwinden. Metta ist eine sehr heilsame Form der Meditation.  

Sie hilft uns Toleranz und Dankbarkeit und vor allem ein liebevolles und verzeihendes Herz allen Lebewesen gegenüber zu entwickeln. Vergebung ist besonders wichtig, denn sie ermöglicht uns innere Blockaden, die durch Neid und Missgunst entstanden sind, aufzulösen. Wenn es uns gelingt, diese Gefühlsblockaden zu überwinden, indem wir unsere Mitmenschen um Vergebung bitten, dann können wir uns auch selbst vergeben, und unser Herz wird leichter, friedvoller und glücklicher.

Diese inneren Blockaden - und das damit verbundene Nachsuchen um Vergebung - durch die Übung von Metta aufzulösen, hat auch einen grossen therapeutischen Wert. Viele unserer gesundheitlichen Probleme gehen auf Ärger, Wut, Hass oder andere Emotionen zurück.

Metta ermöglicht den wahren Geist der Freundschaft und Zusammengehörigkeit zu entwickeln, die uns unsere Mitmenschen näher bringt. Wir finden leichter Freunde und selbst Tiere werden uns lieben. Dies ist der Grund, dass Yogis seit vielen Jahrhunderten immer wieder die Waldeinsamkeit suchen, um dort ohne Furcht und Gefahr mit wilden Tieren zusammenzuleben.

Wenn wir zusammen in Weisheit und Einsicht üben, wird Metta zu einer sehr kraftvollen Methode des Heilens. Wir transformieren unseren Geist und entwickeln mehr Mitgefühl und tragen zu einer harmonisch zusammenlebenden Gesellschaft bei. Und wir transformieren all die negativen Energien und Daseinsformen in Licht, Liebe und Harmonie.

Im ▷Anguttara-Sutra (11.16) werden die Vorzüge von Metta beschrieben:

Wir schlafen glücklich ein.

Wir wachen glücklich auf.

Wir haben keine schlechten Träume.

Wir schätzen unsere Mitmenschen

Wir schätzen die nicht-menschlichen Lebewesen.

Wir können uns leichter konzentrieren.

Unser Wesen strahlt Gelassenheit aus.

Wir sterben leichter.


Bhante Mahinda, Abt des Aloka Meditation Center und Initiator von Metta Around The World.

Awakening  with  Metta, Büchlein in Englisch mit mehr Infos zur Metta-Übung.

Metta-Meditation in Deutsch, zum Herunterladen (MP3-Datei, 58MB)



Wissenschaftliche Untersuchungen zur Metta-Meditation

Ein kontrolliertes psychologisches Experiment an der Stanford University zeigte, dass selbst eine kurze Metta-Meditation von wenigen Minuten (bei in Metta-Meditation nicht geübten Personen) im Durchschnitt zu einem Gefühl größerer sozialer Verbundenheit mit und einer positiveren Einstellung gegenüber unbekannten Personen führt.

Eine kontrollierte Studie von Barbara Fredrickson (University of North Carolina at Chapel Hill) und Kollegen bei 139 Mitarbeitern der Firma Compuware ergab, dass ein mehrwöchiger Kurs in Metta-Meditation zu einer Zunahme positiver Emotionen führte, die im weiteren Verlauf mit einer vermehrten Achtsamkeit, einem größeren Sinnerleben, positiveren Beziehungen zu anderen Personen und weniger körperlichen Beschwerden einhergingen. In Folge zeigten diese Personen sich zufriedener mit ihrem Leben und berichteten über weniger depressive Symptome.

Johnson und Kollegen stellten 2009 in drei Fallberichten die Anwendung von Metta-Meditation bei schizophrenen Patienten mit Negativsymptomatik dar. Eine nachfolgende Pilotstudie mit 18 schizophrenen Patienten zeigte eine Abnahme negativer Symptome und eine Zunahme positiver Emotionen und psychischem Wohlbefinden nach einem mehrwöchigen Training in Metta-Meditation.

Am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig läuft seit 2013 unter der Leitung von Tania Singer das Resource-Projekt zur Plastizität des sozialen Gehirns, in dem die neuronalen und hormonellen Auswirkungen von mentalem Training und Achtsamkeit untersucht werden, außerdem sowohl die subjektiv erlebten Veränderungen als auch die Veränderungen auf Verhaltensebene. Metta-Meditation ist Teil der Übungen, denen die Probanden sich in Ein-Jahres-Studien unterziehen.  (Quelle: Wikipedia)